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Busfahren in Sri Lanka

„Du musst mal mehr zum Busfahren hier schreiben!“ hörte ich Sandra sagen. „Nee eigentlich müssten wir mal nen Foto machen!“ war meinte Antwort.
Problem war nur folgendes: Während ich mich mit der linken Hand am Türrahmen der immer offenen Tür versuchte festzuhalten, meine rechte Hand an meinem Nachbarn vorbei, der seinen Kopf in meine Achseln bohrte, noch einen letzten freien Platz an der Haltestange ertastete und ich auf einem Bein versuchte mein Gleichgewicht zu finden, da für zwei Füße auf der schmalen Treppenstufe kein Platz war, um nicht in der nächsten Kurve aus dem Bus zu fliegen die hier gerne mit überhöhter Geschwindigkeit genommen werden, blieb leider kein Finger für eine Kamera frei.
Vergessen hab ich zu erwähnen, dass es neben dem, dass es scheiß heiß und stockig ist, ich auch noch die Handtasche der Frau eine Stufe über mir im Gesicht habe und gerade noch drei Leute in den schon überfüllten Bus einsteigen wollen!
Vermutlich wäre auf dem Foto außer Körperteile, die Bunt gemischt durcheinander zu sein scheinen und man nicht weiß wo oben und unten ist, nichts zu erkennen gewesen. Was sicher auch ein interessantes Bild gewesen wäre, hätte ich mich nicht „sichern“ müssen 🙂

Über 17.000 Busse gibt es auf Sri Lanka (gefühlt eher 17 Millionen) und zusammen mit den TukTuks dominieren die Luftverpester eindeutig jedes Stadtbild. Ein Teil der Busse, so scheint es, wird nur noch durch Rost zusammen gehalten. Was aber alle gleich haben, ist eine Art Schrein mit hübsch bunter und meist hinduistisch oder buddhistisch anmutender Dekoration an der Windschutzscheibe und ein Lautsprecher-System zur Beschallung der Fahrgäste. Hab mir schon überlegt, wie das bei uns ankommen würde, wenn die ESWE Lautsprecher in die Busse einbauen lassen würde über die dann permanent Volksmusik läuft!?
Fenster und Türen sind immer offen, besonders zweites muss auch so sein, sonst können Fahrgäste nicht während der Fahrt auf- und abspringen! Denn eigentlich verringert er meistens nur seine Geschwindigkeit, so richtig anhalten tut er nur selten – außer Touris müssen ihr Gepäck mit aufladen!

In den großen Busstationen, meist in den Städten, springen dann während der Wartezeit fliegende Händler mit Obst, Gemüse und sonstigem Essen rein und um das Wichtigste nicht zu vergessen: Glücksspiel-Lose, wie man sie hier überall kaufen kann.

Eine Erleichterung für uns ist es zu sehen, dass die Lokals im Bus ebenfalls schwitzen und nicht nur wir, was dem Kollegen auf dem ersten Treppenabsatz allerdings gerade als wenig positiv aufgefallen sein dürfte 😉

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