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Unentdecktes Paradies – Sumba (1)

Googelt man nach Sumba und schaut sich die Bilder an, bekommt man einen Mix aus Australien und Afrika angezeigt – und das inmitten von Indonesien. Sumba lockte uns mit traumhafter Natur, freilaufenden Pferden, unendlicher Steppe, tosenden Wasserfällen, über 1.000 Jahre alten Häusern und jeder Menge Abenteuer. So waren wir schon seit Flugbuchung gespannt, ob Google hält, was es verspricht. 

Gerade mal eine Flugstunde von Bali entfernt, sollte ein weiteres Indonesien-Abenteuer auf uns warten. Also ging es ganz im Balinesen Stil mit Sack und Pack auf dem Roller zum Flughafen. Nach meinem Tauchabenteuer in Raja Ampat Anfang des Jahres, war es unser erster gemeinsamer Urlaub seit dem Ende unserer Weltreise letztes Jahr. Dementsprechend freuten wir uns über die vor uns liegende Woche. Mit dabei im Gepäck hatten wir Daniela, die für einige Wochen unsere Zimmernachbarin auf Bali war, und mit der wir uns sehr gut verstanden. Auch sie wollte sich das Abenteuer nicht entgehen lassen und hat sich uns daher einfach angeschlossen. 

Sumba!?

Sumba liegt südlich von Flores und dem Komodo Nationalpark (hier geht es zum Komodo Beitrag) und westlich von Timor.

Die Insel hat etwa die doppelte Größe von Bali und hat dabei nur rund ein Siebtel so viele Einwohner. Sumba gilt als Exot und daher eher als Außenseiter in der Inselwelt, denn die Landschaft ist nicht von Vulkanen geprägt, wie der Rest von Indonesien und gilt immer noch als absoluter Geheimtipp.

Die eher hügelige Landschaft bietet von extrem trockener Steppe im Norden und Osten der Insel, bis hin zu feucht-tropischer Vegetation und Waldgebieten im Süden, viel unberührte Natur und immer wieder einen Grund anzuhalten, um ein Foto zu machen.

Wie die Beckham’s

Als Sandra anfing den Trip zu planen, stellte sie schnell fest, dass es nur sehr wenige Unterkünfte auf der Insel gibt. Einige sogar ziemlich teuer. 

Da die meisten Touranbieter wie z.B. Explore Sumba ihr Programm nur in Indonesisch bereitstellen, konnte man daraus schlussfolgern, dass man weniger auf „Weiße“, sondern viel mehr auf indonesische Touristen, meist aus Jakarta, eingestellt ist. Da überraschte es uns schon fast, dass kurz bevor wir losgeflogen sind, Bilder von David Beckham und seiner Familie von ihren Abenteuern auf Sumba in den sozialen Medien die Runde machten. Sie weilten allerdings in dem traumhaft schönen Nihi Hotel. Im Rahmen ihres Urlaubs besuchten sie u.a. lokale Schulen und unterstützten die Projekte der Sumba Foundation (erfahrt mehr auf der Webseite) die sich u.a. für den Zugang von sauberen Wasser und Bildung für Kinder auf der Insel einsetzt.

Sandra nutzte die Gelegenheit mithilfe von Google Translate ihren indonesischen Wortschatz weiter auszubauen und buchte uns einen Fahrer (850.000 IDR/Tag) und bezahlbare, schöne Unterkünfte. So stellte sie uns eine individuelle 4-Tage-und-3-Nächte-Tour zusammen, doch erstmal sollten wir zwei Nächte im schicken Hotel Mario zum Ankommen und Relaxen haben, bevor es richtig losgehen sollte.

Tag 1

Pantai Mandorak – Danau Weekuri – Kampung Ratenggaro – Pantai Pero

Unser Fahrer Nikolas holte uns pünktlich wie die Maurer ab und so sagten wir nach einer kurzen, aber tollen Zeit der sympathischen Crew vom Hotel Mario Goodbye und los ging das Abenteuer. Als Erstes stoppten wir jedoch an einem kleinen Warung, wo wir unser Mittagessen kauften. Da der 17. August, und somit indonesischer Unabhängigkeitstag war, gab es links und rechts des Wegrandes jede Menge Paraden und festlich gekleidete Indonesier zu sehen. Aber auch so mussten wir die Bilder, die am Fenster während der Fahrt vorbeiflogen, auf uns wirken lassen, war es mal wieder ein ganz anderes Kapitel von Indonesien. Ähnlich wie auf Flores (hier geht es zu unserem Flores Beitrag), ist Sumba in erster Linie christlich geprägt und man bestattet ebenfalls wie auf der Nachbarinsel Angehörige in meist riesigen, betonierten und gekachelten Gräbern direkt vor dem Haus. Der generelle Baustil der Häuser war sehr unterschiedlich und so gab es von wirklich sehr einfachen Holzhütten bis massiv gemauerten Häusern fast alles. Außerhalb der „Stadt“ waren nur wenige Häuser mit dem Stromnetz verbunden und es gab nur in unregelmäßigen Abständen Brunnen, die als allgemeine Wasserversorgung zum Duschen, Waschen,… genutzt werden.

Dann erreichten wir unsere erste Station, den Strand Pantai Mandorak. Neben einer Parkgebühr, die wir ab jetzt überall wo unser Fahrer Nikolas halten sollte, bezahlen durften, warteten jede Menge Kids auf uns, die uns alle etwas verkaufen wollten. Der kleine Strandabschnitt mit den tollen blauen Farben und den hereinbrechenden Wellen war ein toller Anfang – mehr allerdings auch nicht und so würden wir diesen bei der nächsten Planung wohl nicht noch einmal ansteuern. 

Nur wenige Kilometer weiter wartete auch schon Stopp Nr. 2, die traumhafte Lagune Danau Weekuri auf uns. Ein paar indonesische Touristen planschten im Wasser und hatten mit dem Sprungturm und Gummireifen jede Menge Spaß und so ließen wir uns nicht lange feiern und sprangen ebenfalls in das kühle Nass. Der malerische Verlauf des cyan-farbenen Wassers, gesäumt mit den vom Ufer hereinragenden Palmen, machte die Idylle perfekt. So gab es keinen besseren Ort, wo wir unser Nasi Goreng hätten genießen können. So saßen wir im Schatten der Palmen und freuten uns über einen so schönen Flecken Erde, der erstaunlicherweise noch nicht von Touristen überlaufen ist. 

Für den Nachmittag stand mit dem Kampung Ratenggaro unser erstes traditionelles Village auf dem Programm, mit den für Sumba typischen Spitzdächern, die hier noch strohbedeckt sind und bereits über 1.000 Jahre alt. Also die Häuser, nicht das Stroh. Ähnlich wie in Flores dachten wir, dass in dem Village noch dem traditionellen Handwerk nachgegangen wird und z.B. der ebenfalls für Sumba typische Ikat Stoff hergestellt und verkauft wird, doch leider Fehlanzeige. So sind die Häuser heute nur noch Wohnhäuser, wo unten drunter das Vieh gehalten wird. Das besondere aber am Kampung Ratenggaro ist zweifelsohne die Aussicht auf eine Sandbank, die Einem echt den Atem raubt. 

Der letzte Halt für den Tag wäre zum Sonnenuntergang der Strand Pantai Pero gewesen, da Sandra`s Wunde am Bein, die sie sich auf Bali eingefangen hat, allerdings wieder aufgegangen war, und wir auch schon so einen tollen ersten Tag hatten, entschieden wir uns dafür, nach einem kurzen Besuch des Strandes, die Wunde in unserer Unterkunft, dem Newa Resort zu versorgen und den Sonnenuntergang dort am Strand bei einem Bierchen zu genießen.  

Tag 2

Pantai Watu Malandong – Pantai Bwanna – Air Terjun Lapopu

Wow, wow, wow! Mehr fällt mir zu den beeindruckenden Stränden Pantai Malandong und Pantai Bwanna nicht ein. Der zweitere ist mit seinem großen Felsbogen wohl eines der bekanntesten Fotomotive Sumbas, aber mir persönlich hat der erste Stand mit den großen Felsen und dem kleinen gespülten Durchgang fast besser gefallen. Wahrscheinlich auch weil der „Eintritt“ günstiger war und wir dann auch noch die Einzigen waren. Egal wie, beide waren sehr beeindruckend und erinnerten uns etwas an die Zwölf Apostel,die wir während unsere letzten Besuch in Melbourne (hier geht es zu unserem Melbourne Beitrag) gesehen haben. 

Bei unserer Weiterfahrt zum Wasserfall Air Terjun Lapopu bestätigte sich der Eindruck vom ersten Tag, dass nicht wie auf Bali jeder einen Roller sein Eigen nennen kann und Nikolas mit seinem Auto eher als Exot durchgeht, sind Autos doch eher selten auf den meist sehr gut ausgebauten Straßen zu sehen. Nikolas arbeitete 7 Jahre auf Bali, um sich sich das Geld für ein eigenes Auto zusammenzusparen, um sich seinen Traum, auf Sumba als Fahrer zu arbeiten, verwirklichen zu können. Den gekauften Toyota brachte er dann in einem 4 Tagestrip von Bali, über Lombok und Sumbawa in seine Heimat. 

Der Wasserfall Air Terjun Lapopu war vom Parkplatz aus recht einfach nach einem Abstieg und über eine kleine Bambusbrücke zu erreichen. Das Wasser war genau das Richtige nach einem heißen Tag und so planschte ich im kühlen Nass, während ich dem Wasser beim Herunterfallen aus schwindelerregender Höhe aus nächster Nähe zugesehen habe. Die Mädels machten es sich am Rand gemütlich, bevor es in unsere Unterkunft Ronita Guesthouse für eine Nacht ging – und was für eine. San hatte uns in das „VIP“ Zimmer gebucht, was ich nach 5 Sekunden verlassen habe und mir klar war, dass wir darin nicht schlafen werden. Die Luft war durch den Schimmel und die Feuchtigkeit geschwängert, ein Blick auf das sehr schimmelige Kopfkissen bestätigte uns, was eh schon klar war. Ein Umzug in eine der anderen VIP-Zimmer hätte nichts gebracht, da es dort genauso roch. Daniela hatte sich ein Standard Zimmer gebucht, in dem wir dann am Ende alle geschlafen haben, gab es doch 3 Betten. Nur um die Bettdecken aus dem Zimmer zu mopsen und zum Duschen haben wir unseren VIP Luxus genossen, verfügte das VIP-Zimmer doch über eine metallisch riechende Kaltwasser Dusche und der Standard Raum nur über eine Bucket Shower (Eimer Dusche) mit öligen Film. Waschbecken und Spiegel sind in solchen Zimmern übrigens Fehlanzeige und gerade beim Zähneputzen mussten wir schauen, dass wir keinen Brechreiz bekamen.

Fortsetzung

Erfahrt im zweiten Teil von Sumba alles über unendliche Savannen, freilaufende Pferde,  tosende Wasserfälle und was es mit den Bäumen aus Avatar auf Sumba auf sich hat. Stay tuned!

 

Reisetipps:

1. Geld - ATM's haben wir nur in den Städten (Waingapu, Waikabubak und 
Tamboloka) gesehen, daher am besten genügend Bargeld mitbringen. 

2. Da es nicht viele Unterkünfte gibt, sind sie meist schnell ausgebucht, 
daher buche am besten 2-3 Monate im Vorfeld, um sicher zu gehen, dass du auch ein    Bett vor Ort hast. 

3. Englisch ist nicht weit verbreitet, daher lohnt es sich das Wichtigste für
eine Reise oder Essenbestellungen auf Indonesisch zu lernen. 
4. Nach Sonnenuntergang sollte eine Taschenlampe besser griffbereit 
sein, denn das Stromnetz ist meistens nicht sehr stabil.

5. Falls es WiFi gibt, erinnert die Geschwindigkeit an alte Zeiten, wo man noch
mit einem 56k Modem die Einwahl machte, auch Mobilfunknetz hatten wir nur 
zeitweise, daher melde dich am besten bei Familie und Freunden im Vorfeld ab 
und genieße deine Zeit ganz ohne Social Media und WhatsApp. 

Impressionen :: Sumba

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