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Freilaufende Pferde, Bäume wie aus Avatar und tosende Wasserfälle – Sumba (2)

Im zweiten Teil unseres Sumba Abenteuers nehmen wir dich mit in den Nordosten der Insel, zu unendlich schöner Natur, freilaufenden Pferden und tosenden Wasserfällen. Los geht’s.

Nachdem wir im ersten Teil (Unentdecktes Paradies – Sumba) unsere Erlebnissen aus dem Nordwesten rund um Tambolaka und Waikabubak berichtet haben, nehmen wir dich nun mit auf die andere Seite in die Region Waingapu.

Tag 3

Kampung Praijing – Bukit Wairinding – Pantai Walakiri

Sonntag ist auch auf Sumba heilig und daher die meisten Geschäfte geschlossen. Das sind wir ja schon gar nicht mehr gewöhnt. So konnten wir leider keine neue 19 Liter Wasserflasche kaufen, die wir am ersten Tag der Reise zusammen mit einer Handpumpe gekauft haben, um so unsere Refill-Trinkflaschen immer wieder neu aufzufüllen. Sandra hatte kurz vor Abflug die tolle Idee zur Minimierung unseres Plastikmüll auf der Insel.

Sonntag heißt aber auch Zeit für einen Sonntagsbraten, und während wir durch das eher weniger spannende alte Dorf Kampung Praijing schlenderten und lustige Videos mit den Babyschweinchen machten, stellte Daniela gerade noch die Frage, ob wir wüssten, ob hier auch Hunde gegessen werden. Die Antwort folgte keine Minute später, als quasi vor unseren Augen einem Hund die Kehle durchgeschnitten wurde und anschließend das Fell von den Kids abgebrannt wurde. Das Ganze unter tobenden Gejohle, freuten sich die Dorfbewohner darauf, was es heute für einen Festschmaus zum Mittag geben sollte. Nikolas erklärte uns, das Hund sich hervorragend für BBQ und Saté-Spieße eigne und in etwa so wie Rind schmeckt und sehr lecker sein soll.
Anschließend wurde es erst mal ruhig bei uns im Auto – bis auf einmal eine Kakerlake in Danielas Fußraum für Stimmung sorgte.

Bis zum nächsten Highlight, dem Aussichtspunkt Bukit Wairinding mit seiner einzigartigen Hügellandschaft, war das alles schon fast wieder vergessen. Dank der Trockenzeit (April-Oktober) waren die Hügel soweit das Auge reichte braun und steppenartig, während in der Regenzeit alles im leuchtenden Grün erscheint. Trotzdem stellten wir fest, dass die Natur sich in den letzten zwei Tagen fast grundlegend geändert hatte, war es an unserer ersten Station doch wirklich sehr trocken, fuhren wir heute durch Wälder, die sehr an den Taunus erinnern ließen. Wir machten die Fenster runter, um die kühle, frische Luft reinzulassen und den von deutschen Wäldern gewohnten Duft von Laub- und Nadelbäumen in uns aufzusaugen. Kaum zu fassen, wie schnell sich das während unseres Tripps geändert hat.

Den Nachmittag machten wir frei, um uns auch noch etwas von der kurzen und nicht so entspannten Nacht zu erholen und wieder fit und frisch für ein weiteres Highlight zu sein: dem Sonnenuntergang am Strand Pantai Walakiri. Wieder änderte sich die Natur und steppenartiges Gelände erschien, auf dem freilaufende Pferde, Rinder und Ziegen links und rechts neben der einzigen Straße erschienen. Das späte Nachmittagslicht tauchte die Steppe in ein goldenes Licht und verlieh ihr so ein Ambiente, welches wir zuvor so nur von unserer Reise nach Afrika (hier geht es zu unserem Safari Bericht aus Afrika) kannten. Der Parkplatz war der mit Abstand bestgefüllte der ganzen Tour und wenige Meter später stellten wir fest, dass der Spot im Reiseführer von Jakarta-Reisenden wohl ganz oben stand. Alle mit dem Ziel ein Sonnenuntergangsfoto der surreal wirkenden Mangroven, die wie Bäume aus dem Film Avatar aussehen, zu bekommen.

Zurück in unserem Baim Homestay angekommen, waren wir gerade am Einschlafen, als uns ein Erdbeben der Stärke 6,9 (nicht bei uns) aus dem Schlaf riss. Es kam wieder von der indonesischen Insel Lombok, wo bereits mehrere hundert Menschen bei schweren Beben in den letzten Wochen ihr Leben verloren haben und über 150.000 Menschen obdachlos sind. Es folgten in den nächsten Stunden 15 weitere Erdbeben mit Stärken im 5er Bereich, doch keines war mehr so stark, dass wir es so weit entfernt noch spüren konnten. Unsere Freunde auf Bali allerdings schon. Mit einem mulmigen Gefühl und den wichtigsten Sachen in Griffweite ging es in einen leichten Schlaf und der Hoffnung, das keine weiteren folgen.

Tag 4

Air Terjun Tanggendu

Daniela hatte bei ihren Recherchen in der Nähe von Waingapu einen Wasserfall entdeckt, der es uns sofort angetan hatte. So sammelte uns Nikolas ein letztes Mal ein und brachte uns die rund 1,5 Stunden zum Wasserfall Air Terjun Tanggendu. Wir hätten es vielleicht schneller schaffen können, mussten aber wegen mir immer wieder anhalten, war ich so von der Natur angetan. Freilaufende Pferde in einer Steppe vor dem dunklen Blau des Meeres bekommt man nicht jeden Tag zu sehen. Wenig später passierte uns eine Horde Pferde auf der nun nicht mehr ausgebauten Straße, so dass wir warten mussten, bis sie die Straße freigaben. Jetzt noch Giraffen, Zebras und Elefanten und man hätte das Gefühl gehabt, in Afrika zu sein. Am Ende der Buckelpiste erschien mitten im Nichts ein Parkplatz mit einigen Rollerfahrern, die uns von hier zum Einstiegspunkt des Wasserfalls bringen sollten, da die Straße gerade gebaut wurde. So sprangen wir bei den Rollertaxis hinten drauf und hofften das Beste. Mein Fahrer fuhr die schmalen Pisten runter, als gäbe es kein Morgen mehr und als würde er einen Preis gewinnen können, wenn wir als erstes unten ankommen. Dass wir unten ankommen, bei dem steilen und ungesicherten Abgrund machte mir keine Sorgen, nur ob wir lebend bzw. unverletzt ankommen, daran hatte ich zwischendurch, als wir quasi im Freiflug dem Ziel entgegen rauschten, schon meine Zweifel.

Glücklich, weil heil angekommen, ging es auf Wanderschaft durch die tolle Natur. Als wir nach der ersten Klettertour im Tal auf ein traditionelles Haus, was links und rechts von Palmen gesäumt war, zusteuerten, hatte ich das Gefühl, als würden wir durch die Filmkulisse für einen Western laufen. Mitten aus dem Nichts erschien ein Eingangstor, welches uns Willkommen hieß und wenige Meter danach ging es runter in die Schlucht, wo wir den Wasserfall nach einer weiteren Klettertour wenig später erblicken sollten. So erreichten wir den Wasserfall nach gut 40 Minuten. Was ein Abenteuer für den sich jeder Meter der Anreise gelohnt hat.

Ich machte es mir in einer kleinen Aussparung gemütlich, die mir als Badewanne diente, während ein paar wagemutige Indonesier todesmutig den rund 7m hohen Wasserfall heruntergesprungen sind. So ging es nach einem letzten Nasi Goreng Richtung letzter Unterkunft für unsere Reise, die glücklicherweise auf dem Rückweg zur Stadt lag. Sandra hatte sich ein Schmankerl zum Schluss aufgehoben und uns in das Pondok Wisata Pantai Cemara eingebucht, wo wir die letzten 1,5 Tage zum Entspannen und Verarbeiten der tollen Erlebnisse hatten.

Fazit

Eine tolle und intensive Woche ging zu Ende und Sumba hat gehalten, was Google uns versprochen hat. Ein Mix aus Afrika und Australien mit jeder Menge Abenteuer und abwechslungsreicher Natur. Die Reise zeigte uns einmal mehr, wie vielfältig Indonesien ist. Umso verwunderlicher, dass trotz der guten Anbindung an Bali und dem gerade mal 1-stündigen Flug es bis jetzt noch so unentdeckt blieb. Das wird sich aber bestimmt in den nächsten Jahren ändern.

Für uns stand noch der Abschied von Daniela an, die uns im letzten Monat sehr ans Herz gewachsen ist. Ihre Reise führt sie weiter auf die Nachbarinsel Timor und für uns geht es zurück nach Bali.     

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Impressionen :: Sumba (2)

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