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Unawatuna / Galle – endlich was mit Charme gefunden

21.-25.03.2013 ::

Wir müssen zugeben, wir haben in Mirissa mehr als einmal darüber nachgedacht, ob wir uns Unawatuna antun oder nicht. Zu schlecht waren die Kritiken im Lonely Planet und Stefan Loose bzw. die allgemeine Meinung der Leute. Dass wir an unserem Plan festgehalten haben, zwar mit dem Hintergedanken wir können ja weiter oder zurück, stellt sich jetzt als Glücksgriff heraus.

Schon die Anreise war überraschend. Während wir in der prallen Hitze unserer kleinen, privaten und sehr günstigen Bleibe Lebewohl sagten und auf den Bus warteten, hielt eine Mini-Bus plötzlich an fragte „wohin?“, wir ihm also unser Ziel genannt und eine nickende Bestätigung geerntet. In dem nicht überfüllten und überraschenderweise klimatisierten Bus, begrüßte uns eine deutsche Mitreisende in der First Class der Busreisen. Gut, er kostete fast doppelt soviel wie normalerweise, also etwas über 2 Euro für uns zwei (!), aber den Luxus gönnten wir uns mal 🙂

Da sich die deutsche Alleinreisende so über Landsleute freute und offensichtlich ihre 20.000 Worte schon länger nicht mehr aufgebraucht hatte, kam ich in den Genuss genau dieser. Sandra saß eine Reihe weiter vor uns und als die angehende Sozialpädagogin loslegte, hatte sie ganz urplötzlich Nachwirkungen von ihrem Schleudertraum und konnte sich nicht mehr umdrehen, um an der Unterhaltung teilzunehmen oder mich zu retten.
Ich muss sagen, dass ich meinen Hut vor ihr ziehe, man ihr aber auch ein großes Maß an Naivität zusprechen muss, um in diesem Land als blonde Frau allein zu reisen.  Empfinde ich es schon als anstrengend und gebietsweise als Spießrutenlauf. Es ist eine absolute Männerdomäne in einem zum Teil muslimischen Land, in dem sich die Jungs hier alles rausnehmen, sobald sie eine blonde Frau sehen und ich zB. mal gerade nicht an Sandras Seite bin – weshalb das so gut wie nie der Fall ist.

Zurück zu Unawatuna, unserem Paradies. Ja in gewisser Weise ist es touristisch, ja es gibt viele kleine und mittelgroße Anlagen und ja, gefühlt ist hier jeder Meter, sei er noch so verwinkelt, verbaut! Aber genau das macht den Charme aus. Viele kleine Kaffees oder gemütlich und endlich mal liebevoll eingerichtete Restaurants laden zum Verweilen ein. Der Strand ist ok aber vor allem der „natürliche Pool“ laden zum Baden ein, da im Verhältnis zu Tangalle oder Mirissa dank der vorgelagerten Mole die starken Wellen daran schon zerschellen.
Die sehr vielen fliegenden Händler mit Kleidung und Obst ergänzen das gute Angebot der Shops abseits vom Strand und machen meine Frau sehr glücklich 🙂 Sie hatte sich ja bereits mehr oder weniger damit abgefunden dass es der erste Urlaub sein wird, in dem sie nix kauft. Nun kann sie alles nachholen!

Mein Tauchausflug zu den vorgelagerten Dive-sides war leider dank schlechter Sicht und Abwesenheit von Korallen und Fischen nicht so berauschend. Dafür unser Ausflug in die mit Abstand schönste Stadt Sri Lankas. Galle. Das besondere an Galle ist das Fort, welches die Holländer während ihrer Kolonialzeit hier errichtet haben. Mit dem Durchlaufen des Torbogens befindet man sich in einer anderen Welt. Im Innenbereich wurden viele der alten Häuser liebevoll renoviert und restauriert und beherbergen nun schnuckelige Cafés, Restaurants und Galerien lokaler Künstler.

Die letzten Tage haben wir dann viel relaxt: Strand, sonnen, Kaffee trinken und haben endlich auch mal Leute kennen gelernt: Kathi und Tini, die von Indien nach Sri Lanka sind und gestern noch Imke und Jana aus Hamburg. Leider geht es heute wieder weiter. In Unawatuna hätten wir sicher noch ein paar Tage rumgekriegt.

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