Amerika, Reiseziele, USA
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Kulturschock USA – Ostküste

11.-25.09.2016 ::

Mit dem Flieger ging es von Mumbai zunächst nach Jeddah in Saudi-Arabien, wo wir die Nacht am überfüllten und viel zu lauten Flughafen verbrachten. An Schlaf war nicht zu denken, bevor es mit dem längsten Flug den wir je hatten (13 Std.) nach Washington ging. In der Boing 777-300, die Platz für rund 550 Passagiere bietet, waren gerade mal 50 Plätze belegt und so hatte jeder Fluggast seine eigene Reihe. Sogar die Stewardessen legten sich erst einmal schlafen. Was ein angenehmer Start für einen so langen Flug.

Mini-Playback-Show

Wie in der 90er Jahre Mini-Playback-Show, wo Kinder durch eine Drehtür gingen und wie von Zauberhand als ihr großes Musikidol verkleidet wieder herauskamen, fühlten wir uns, als die mit langem Umhang gekleideten Frauen in unseren Flieger stiegen und normal bis zum Teil sexy gekleidet in den USA ausstiegen. Selbst das Kopftuch wurde gegen eine stylische Mütze getauscht – die Kultur wird sich uns wohl nie erschließen…

Als wir während dem Flug aufwachten, konnten wir unseren Augen kaum trauen, waren wir der Heimat so nahe und überflogen gerade Mannheim – so nah kommen wir dieses Jahr an Deutschland wohl nicht mehr vorbei. Also erst mal Familie und Freunden winken und umdrehen zum Weiterschlafen.

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Am Ziel unseres 28-stündigen Reisetags angekommen, sammelte Mike uns am Flughafen ein. Leider ohne Mark der das Wochenende und die Woche in Rehoboth Beach arbeiten musste. Somit gehörte Mike uns die erste Woche ganz allein 😀.

Kulturschock

Mit unserem Besuch in den USA (330 Mio. Einwohner) haben wir nach China (1,4 Mrd.), Indien (1,3 Mrd.) und Indonesien (260 Mio.) die vier bevölkerungsreichsten Staaten der Welt während unserer Weltreise besucht. In den vier Ländern lebt somit knapp die Hälfte (7,4 Mrd.) aller Bewohner unseres schönen Planeten.

Der Sprung von Indien in die USA hätte kaum größer sein können. So tauschte sich nicht nur der Müll vor der Haustür gegen gut geschnittenen grünen Rasen in unserer neuen Nachbarschaft aus, sondern grüßten mich beim Joggen am nächsten Morgen andere Jogger mit einem Lächeln im Gesicht. Was Sandra am meisten freute ist, dass Kühe hier wieder in Einzelteilen im Supermarktkühlregal liegen, statt auf der Strasse faul herumzustehen 😎. Autos stoppen an Ampeln und Zebrastreifen und es war kein Hupen zu hören. So wurde es fast schon gespenstisch still um uns herum. Zum ersten Mal in den letzten 6 Monaten hatten wir das Gefühl von Jahreszeiten. So ist es hier tagsüber mit 24-30 Grad gerade noch angenehm warm aber sobald die Sonne weg ist, wird es für uns empfindlich kalt. Darauf hätten wir gerne verzichtet.

Leider sind wir auch zurück im Überfluss und somit wurde der erste Besuch im Supermarkt für uns zum Horrortrip. Wir waren völlig überfordert von der Vielzahl der Produkte und vor allem der Vielfalt, so gibt es alleine vom O-Saft 50 (!) verschiedene Sorten. Somit brauchten wir über 2,5 Stunden in dem völlig unterkühlten Supermarkt für unseren Wocheneinkauf. Wir wollten in den folgenden Tagen am liebsten selbst kochen, was gar nicht so einfach ist, da man mehr darauf ausgerichtet ist sich irgendwelche Sachen in der Mikrowelle fertigzumachen.

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Ja mir san mitn Radl da

Das Fahrrad wurde zu unserem Fortbewegungsmittel Nr. 1 und so ging es zur Verwunderung der Einheimischen u.a. mit dem Rad zum Diner zum Essen oder zum Supermarkt. Ebenfalls gut erreichen konnten wir das CrossFit Falls Church, denn nach drei sportfreien Wochen in Indien freuten wir uns darauf mal wieder ordentlich durchgekaut und ausgespuckt zu werden.

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Tag(e) am Meer

Passend zum Wochenende ging es zum Strandhaus von Mark und Mike nach Rehoboth Beach, wo wir gleich am ersten Abend auf zwei alte Bekannte, Andres und Bill – den sympathischen Besitzern der Aqua Grill Bar – treffen sollten. Mit ihnen haben wir 2014 in Miami Thanksgiving gefeiert. Bei einem guten Wein gab es sich viel zu erzählen.

Die nächsten Tage ging es mit unseren praktischen Backpack-Klappstühlen an den Strand, den wir bequemer per Fuss erreichen konnten. Rehoboth ist ein beliebter Ferienort für viele Amerikaner aus den umliegenden Großstädten Washington, Baltimore usw. und an Wochenenden im Sommer gut gefüllt. Gut für uns, dass wir zum Ende der Saison da waren und es somit angenehm leer war.

Während wir auf Bali den Sommertrend des Tanga-Bikinis an den meist schlanken und trainierten Frauen bewundern dürften, sind wir sehr froh dass dieser Trend, wie scheinbar so viele andere modische Trends, an den doch sehr sehr dicken Amerikanerinnen vorbeigegangen ist. Wobei die Amerikaner im weltweiten Ranking der dicksten Menschen den Platz an der Sonne an die Nachbarn aus Mexiko abgeben mussten, die, wie wir aus eigener Erfahrung berichten können, tatsächlich mindestens genauso dick sind.

An die US-Flagge, die hier nahezu jeder stolz im Vorgarten, am Auto oder sonstwo platziert hat, wie bei uns noch nicht mal zur Fussball-Weltmeisterschaft, haben wir uns bereits gewöhnt, aber als wir am Strand Liegestühle samt Sonnenschirm in Front eines in den Sand gerammten Fahnenmast mit US-Flagge sahen, musste ich doch zweimal hinschauen. Ich stelle mir vor, wie demnächst auf Sylt morgens neben den obligatorischen Handtüchern erst mal die deutsche Fahne gehisst wird – ob der Sitznachbar auch erst mal zum gemeinsamen Nationalhymnesingen rüberkommt?

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Mikes Augenmerk lag auf dem Besuch der Classic Car Show auf die wir ihn gerne begleiteten. Es erwartete uns eine Vielzahl an sehr gut erhaltenen alten US-Autos der vergangenen Jahrzehnte von Autoliebhabern aus dem ganzen Umland. Nach dem Wochenende fuhr Mike wieder nach Falls Church, somit verbrachten wir die zweite Woche mit Mark im Beachhouse.

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Ein Stück Geschichte

Bei dem Besuch in Gandhi’s Haus in Ahmedabad haben wir viel über die Unabhängigkeit und die Gründung von Indien gelernt. Dieses Mal war die us-amerikanische Geschichte dran. So ging es mit Mark und unserem Beachhouse-Nachbarn Jim auf einen Tagesausflug in das 2 Std. entfernte Philadelphia. Hier wurde am 04. Juli 1776 u.a. von George Washington die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben und die „Bell of Liberty“ geläutet. Im kostenfreien (!) Besucherzentrum erfuhren wir alles rund um dieses wichtige Dokument, die Hintergründe wie es zustande kam und dass Indien und die USA zumindest in dem Fall nicht so verschieden sind. Auch hier waren, wie beim Salz-Marsch in Indien, die von den Briten erhobenen Steuern der Auslöser (Boston Tea Party) für die Unabhängigkeitsbestrebungen.

Beim anschließenden Besuch im nahegelegenen Valley Forge besichtigten wir das damalige Winterlager der Freiheitskämpfer, wo ein Preuße diese im Kampf gegen die Briten ausbildete, so dass sie am Ende gegen die besser bewaffneten Briten gewonnen haben.

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Mark und wir mit der Bell of Liberty

Natur pur

Mit dem Rad ging es dann die letzten Tage in den an den Rehoboth Beach angrenzenden Henlopen Naturpark. Im Schatten der Sanddünen duftet es nach Nadelbäumen während man durch die sagenhafte Landschaft radelt. Leider hatte ich kein Teleobjektiv für meine Kamera dabei, um einen der vielen, wohl zum Teil seltenen Vögel gut abzulichten.

In dem Park begegneten einem neben vielen anderen Radfahrern auch Schulklassen, die sich die Verteidigungsanlagen aus dem zweiten Weltkrieg anschauten, die gebaut wurden für den Fall dass die Deutschen einmarschieren sollten.

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Henlopen Naturpark

Die Tage vergingen mal wieder viel zu schnell, so schafften wir nicht mal alle organisatorischen ToDo’s die wir uns für hier vorgenommen hatten. Da Mark derzeit drei Jobs hat und für seinen primären Job als Aushilfslehrer jederzeit flexibel abrufbar sein muss, genossen wir jede überbleibende Minute mit ihm. Häufig kam der nette Nachbar Jim noch zum Essen vorbei und lauschte interessiert unseren Reisegeschichten und erzählte seine und so hatten wir eine tolle Zeit am Strand.

 

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Impressionen :: USA

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2 Kommentare

  1. Serap Rohe sagt

    Oh wow.. Ich habe während meines Studiums 6 Monate in Boston verbracht und mich auf den ersten Blick in die Strände der Atlantikküste verliebt! Und – mal ehrlich, sich am Strand wie ein durchtrainierter Iron Man Triathlet zu fühlen, ist doch auch mal ganz fett 😉 Und das, während man in einen Hotdog beißt! Ganz liebe Grüße aus good old Germany.

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