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Arbeiten, wo Andere Urlaub machen – unser erstes Jahr als Digital Nomaden

Mit unserem Deutschlandbesuch ging auch unser erstes Jahr als sogenannte Digital Nomaden, oder wie wir es lieber nennen, als Ortsunabhängige zu Ende. Ein Jahr, in dem wir viel über uns gelernt haben, neue Ecken auf dem Planeten und tolle Menschen kennengelernt haben, und gesehen haben, was es bedeutet, dort zu arbeiten wo andere Urlaub machen.

Wow, das Jahr ging aber schnell rum. Als Digital Nomade unterwegs zu sein, ist dann doch etwas Anderes als eine Weltreise zu machen. Die Hälfte unserer Zeit haben wir in Canggu auf Bali verbracht, was für uns mittlerweile ein zweites Zuhause geworden ist. Die andere Hälfte waren wir in Chiang Mai, BangkokHoi An in Vietnam und haben mit unserem Besuch in der  südkoreanischen Hauptstadt Seoul unsere bereiste Länderliste um einen Zählerpunkt erweitert.

Auf und ab

Mit dem Mastery Meditation Retreat in Ubud/Bali wartete auf uns, aber eigentlich vor allem auf Sandra gleich eine Herkules Aufgabe, die sie mit Bravour meisterte. So organisierte sie die insgesamt 60 Rumänen, die an den zwei 10-tägigen Retreats teilnahmen so gut, dass die zwei Veranstalter Ruxandra und Ciprian voll des Lobes waren und schon für das nächste Event gleich anfragten.

Für mich stand zu der Zeit das Eingrooven mit der IT Firma, für die ich arbeite, im Vordergrund. Da ich der Erste war, der in der Art für das Unternehmen arbeitet, gab es Anfangs einige technische Herausforderungen zu meistern, ehe ich so richtig loslegen konnte. Schnell merkte das Unternehmen den wahren Benefit durch das zeitversetzte Arbeiten, so lässt sich noch Arbeit erledigen wenn man in Deutschland Feierabend macht. So bin ich Teil eines tollen Teams, das sich super eingespielt hat.

Schade, dass es für viele Unternehmen in Deutschland immer noch nur schwer vorstellbar ist, so zu arbeiten und sie sich dadurch den Mehrwert entgehen lassen. Andere Länder sind da viel weiter! Das musste vor allem Sandra in den darauffolgenden Wochen nach dem Meditation Retreat feststellen. So rückten einige sicher geglaubten Projekte und Aufträge in unerreichbare Ferne. Über die natürlich folgenden Selbstzweifel in den folgenden Monaten und Sandras Problem mit der Abhängigkeit von mir, brauche ich denen, die sie kennen, Nichts erzählen. Es war wie eine tägliche Achterbahn.

Diese Flaute hielt dann auch bis zum Jahreswechsel an, während sie sich für Nichts zu schade war und sich dabei immer wieder neu erfinden musste, um Jobs an Land zu ziehen. Doch der Erfolg blieb zunächst aus. Und so war es dann doch da: Das, was jeder Selbständige sagt: „Der Anfang ist sehr schwer, man muss durchhalten und nur wer das schafft, hat später eine Chance“.  „Survival of the Strongest“ würde man im Englischen sagen.

Jobbeschreibung

Als es schon danach aussah, dass wir uns in Deutschland wieder nach einer Wohnung und einen Job umschauen müssen, war das Ende der Regenzeit für San erreicht und die Aufträge kamen nach und nach rein, so dass sie zwischenzeitlich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen quasi durcharbeitete. So bietet sie nun erfolgreich neben ihren klassischen Marketingsachen, individuelle Reiseplanung für Balireisende an, egal ob mit, oder ohne CrossFit Paket, macht Webseiten & App Bugs- und Usability Tests und und und. Ich wusste zwischenzeitlich nicht, was ich ihr auf die Visitenkarte schreiben würde, außer: Eierlegende Wollmilchsau.

Programme und Tools, die wir nutzen und lieben gelernt haben:




Toggl (Link) – tolles Tool um die Arbeitszeiten für Projekte zu erfassen.



AirTable (Link) – Online Projektmanagement Tool, perfekt um die Übersicht 

über alle Projekte zu behalten.

BeFocused (Webseite/App) – für den Mac oder 
iPhone, um den Focus während 
der Arbeit nicht zu verlieren.



Trail Wallet Travel Budget (App) – um die täglichen Ausgaben im Auge zu 

behalten. Haben wir einfach von der Weltreise beibehalten.



Planoly (Webseite/App) – Visueller Planer für Instagram, hilft dir Zeit zu 

sparen und deine Feeds im Auge zu behalten.



Läuft

Auch fotografisch war das letzte Jahr sehr spannend. Nachdem ich mich nach der Weltreise voll auf meine Fotografie-Aufträge konzentrieren konnte und viele tolle Projekte, Hochzeiten, Familien- und Business Shooting hatte, rückte die Fotografie leider zunächst nach dem Start unserer Zeit als Digital Nomaden wieder in den Hintergrund. Erst als ich im Dezember die Chance hatte mein Know-how mit meinem ersten, auf englisch gehaltenen Fotoworkshop weiterzugeben, wurde mir wieder bewusst, wie sehr es mir gefehlt hatte.

Zum Jahreswechsel Stand der Relaunch meiner Webseite palmer-photography.de an und mit ihm auch die ersten Foto-Shootings, auf die ich mich sehr freute und bei denen ich viele tolle Menschen kennenlernen durfte.

Erfreulicherweise folgten anschließend die ersten Buchungen für Hochzeiten in Deutschland und Österreich und weitere Aufträge für Familien- und Business Fotos während unserer Zeit in Deutschland, so dass ich das Eine mit dem Anderen gut verbinden konnte, und hoffe dass sich auch 2019 Menschen für meine Fotografie begeistern werden und mich fleißig buchen.

Nicht zu vergessen unser Goldener Oktober, wo wir uns erst einen Tag wie König und Königin fühlen durften, als wir anlässlich unseres 5. Hochzeitstag ein Fotoshooting in traditionellen Balinesischen Hochzeitskleidern machten und nur wenig später für den Plataran Menjangan Image-Film vor der Kamera stehen durften. Was eine tolle Zeit und Erfahrung! Mit der Crew treffen wir uns heute noch auf einen Kaffee oder zum Mittagessen.

Bedingungen

Wir haben viel gelernt über gute und schlechte Arbeitsplätze und Bedingungen. So haben wir festgestellt, dass wir immer eine gute Woche am neuen Standort benötigen, um die Arbeitsplätze in Co-Working Spaces und Cafes auszuprobieren, um dann den für uns geeigneten Spot zu finden. Nach einer Zeit wird man auf der einen Seite flexibler und auf der anderen Seite weiß man besser denn je, was für eine Arbeitsumgebung man will/braucht, um gut arbeiten zu können. Als wir angestellt waren, wurde uns ein Arbeitsplatz zugewiesen – fertig. Was aber wenn man frei auswählen kann, von wo man arbeiten möchte? Es ist übrigens entgegen vieler Vorstellungen keiner mit seinem Laptop am Strand in der Hängematte, nicht mal in der Nähe. Salzwasser, Sand und Co. sind einfach keine Freunde der Elektronik.

An manchen Plätzen ist tolles WiFi, aber die Stühle sind nicht bequem, oder der Kaffee kann nix, oder das Essen und der Kaffee sind super, aber ab einer bestimmten Uhrzeit geht das Internet in die Knie und man muss umziehen, oder es ist zu stickig, zu kalt oder zu dunkel und man fühlt sich zu eingeengt oder, oder … gar nicht so einfach. Das Schöne ist, man findet früher oder später immer eine tolles Plätzchen.

Sarah’s Hub in Hoi An

So habe ich im letzten Jahr in einem Mix aus Co-Working Spaces, Zuhause und in Cafes gearbeitet, während Sandra fast ausschließlich nur von Cafes aus arbeitet. Co-Working Spaces haben den Vorteil, dass sie die mit Abstand beste Infrastruktur (Stühle, Internet,…) bieten, man mit anderen networken kann und häufig neben der Arbeit weitere Angebote wie Workshops, Vorträge usw. bekommt, allen voran im Dojo auf Bali. Dafür zahlt man dann allerdings auch meistens gutes Geld.

Unsere besten Arbeitsplätze:



1. Hub Hoi An – in der kleinen grünen Wohlfühloase von Sarah herrscht 
ein 
tolles Klima und eine gute Arbeitsatmosphäre und so lässt es sich perfekt

arbeiten. 


2. Dojo Bali – es platzt mittlerweile die meiste Zeit aus allen Nähten, 
aber
die ganzen Workshops und Events machen das Dojo für mich bislang 
einzigartig.


3. Growth Cafe Bangkok – mitten beim Siam Square und MBK gelegen, lässt es

sich entweder im Cafe auf der Ebene 2 oder im Co-Working Space auf Ebene 3 

hervorragend arbeiten.



Anstand

Bei Cafes stellt sich für uns immer die Frage, nehme ich jetzt einem neuen Kunden den Platz weg, so dass der Besitzer durch die stundenlange Blockierung finanzielle Nachteile hat, oder nicht. Wir zumindest denken so und Sandra packt zusammen, wenn genau das passiert. Hier haben wir aber auch festgestellt, dass nicht Jeder der Nomaden so denkt und Manche sogar damit prahlen, wie viel sie sparen, im Verhältnis zum Co-Working Spaces, wenn sie 7-8 Stunden in einem Kaffee sitzen und jeweils einen Tisch blockieren und nur einen Kaffee in der Zeit trinken, während neue Gäste wieder gehen müssen, weil sie keinen Platz bekommen.

Herausforderungen

Manchmal bringt die beste Wahl des Arbeitsplatzes nichts, wenn auf Bali z.B. gerade mal wieder eine Zeremonie ist. Anfang des Jahres fiel der Strom in unserem Lieblingscafé aus. Nach einer kurzen Plauschpause merkte man, wie die meisten im Raum hektischer wurden. Ihre Rechner zuklappten, oder in der Hosentasche nach ihrem Smartphone suchten, um damit Freunde in der Nähe zu befragen, ob Strom und somit WiFi bei ihnen vorhanden ist. Schnell war klar, dass der Radius erweitert werden musste, da es überall keinen Strom gab und so schwärmten alle aus wie die Bienen. Auf der Straße herrschte schlagartig ein wildes Treiben, war doch Jeder auf der Suche nach Signal, wie die Biene auf der Suche nach der besten Blüte.

Wir befragten zunächst unsere balinesischen Freunde und die erklärten uns, dass in der Nähe eine Beerdigungszeremonie von Jemanden stattfand, der in der Gesellschaft sehr angesehen war und einen hohen Status hatte. Der Schrein, den sie dem Toten zu Ehren gebaut hatten, um ihn anschließend durch die Straßen zu tragen, passte nicht unter die Strommasten und hängenden Kabel durch und so wurden sie einfach gekappt, um sie später wieder zusammenzuflicken! Fertig. So einfach ist das. In Deutschland unvorstellbar. Aber hier haben die Dinge eine andere Priorität.

Bahnhof

Besonders gefreut haben wir uns, dass uns so viele Menschen im letzten Jahr besucht haben und wir mit ihnen eine tolle Zeit verbringen durften, mit dem Unterschied, dass sie irgendwann zurück mussten und wir bleiben durften. Im Mai ging es bei uns zu, wie auf dem Bahnhof, waren zwischenzeitlich 12 Leute in unterschiedlichen Gruppen gleichzeitig auf Bali.

Mit der Zeit lernt man auch sich von den Menschen, die man vor Ort kennengelernt, und eine tolle Zeit zusammen verbracht hat, zu verabschieden. Die Wiedersehensfreude ist dann um so größer, wenn man sich irgendwann, irgendwo wieder sieht. Treibt es Nomaden zwar immer irgendwann weiter, aber doch meistens zu den selben Plätzen zurück.

Fazit

Unter 6-8 Wochen lohnt es sich nicht, das Land oder die Location zu wechseln, braucht man doch immer etwas Zeit, um sich neu zu organisieren: wo gibt es gutes WiFi, wo kann man am Besten sitzen, wo gibt es den leckersten Kaffee und hat hier überhaupt Irgendjemand was zum Frühstücken gesehen? 😉 Außerdem kann man dann bessere Preise für Unterkunft, Scooter,… aushandeln.

Ein tolles und spannendes Jahr ging daher zu Ende und wir freuen uns, dass es für uns in die Verlängerung und somit ins zweite Jahr geht und sind gespannt, was dort alles auf uns wartet. Wir sind bereit!

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auf einen Kaffee ein, damit uns nicht die Energie ausgeht und wir dir weiter-

hin spannende Reisegeschichten erzählen können. Du kannst entscheiden, auf 
wie
viele Tassen Kaffee du uns einladen möchtest, zwei Tassen von Marco sein 

Lieblings Kaffee aus Flores kosten z.B. 4 Euro. 








1 Kommentare

  1. Liebe Sandra, lieber Marco,
    wir haben Euren Bericht wieder mit Freude gelesen… was uns auch dazu bewegte Euch zu einem Kaffee einzuladen, das Weiterleiten zu PayPal hat funktioniert, ich konnte aber keinen Betrag eingeben…. Also unbedingt checken, wo das Problem liegt, sonst läufst Du Gefahr trocken zu liegen ;O)
    Mit lieben Grüßen aus Frankfurt von Robert und Jutta

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