Haie in Not – Tauchsafari Surin und Similian Nationalpark
16.-22.02.2017 ::
3, 2, 1 Wicked! Was sich anhört wie der 90er Jahre Schlachtruf von H.P. Dexter von der Electro Band Scooter, ist in Taucherkreisen einer der besten Anbieter für Tauchsafaris in Thailand (Similian und Surin) und Indonesien (Komodo und Raja Ampat).
Das englische Wort Wicked bedeutet in deutsch soviel wie „abgefahren“ oder „cool“, was ein passender Name für meine 3-tägige Tauchsafari im Surin Nationalpark und auf den Sicilian Inseln ist.
Positive Überraschung
Am neuen Internationalen Flughafen in Phuket angekommen, stellten wir uns schon mal auf das Schlimmste ein, und wurden dann aber mehr als positiv überrascht. Wer uns schon etwas länger auf unseren Reisen folgt, weiß, dass Phuket es uns immer schwierig gemacht hat, es zu mögen. Und das fängt meistens schon mit einem ordentlichen Abzockversuch am Airport an. An dem
neuen Flughafen geht es deutlich ruhiger zu und man wird von den Taxifahrern nicht mehr überrannt und auch das einem versucht wird Mondpreise als normal zu verkaufen, gehört wohl der Vergangenheit an. Wie gesagt, wir waren mehr als positiv überrascht.
Was sich leider seit unserem letzten Besuch 2012 nicht geändert hat ist, dass es immer noch keine direkte Busverbindung vom Flughafen nach Khao Lak gibt. Da es schon spät war, entschieden wir uns für ein Taxi, um die letzten 1,5 Std. nach Khao Lak zu meistern.
Unser Hotel Casacool war zufälligerweise exakt auf der anderen Straßenseite der neu bezogenen Räumlichkeiten des Wicked Diver Centers, somit konnten wir das Orientieren vor Ort überspringen und zu den leckeren Sachen übergehen. Auf Thaiessen freuten wir uns schon seitdem wir den Flug aus Singapur vor ein paar Wochen nach Phuket gebucht haben. So war erst mal Tom Yum Kung, Som Tam und Sticky Rice mit Mango angesagt.
Som Tam (Papaya Salat)
Man spricht deutsch
Was sich ebenfalls seit 2012 nicht geändert hat, ist, dass Khao Lak fest in deutscher (Renter)-Hand ist. Es macht den Anschein dass viele ältere Herrschaften seit Jahren dem nasskalten Winterwetter entkommen, um sich am Strand in Thailand zu verabreden. Geschäfte haben sich längst dem angepasst und so gibt es neben dem FC Bayern Fan Club, den Paulaner Treff wo die Bundesliga Live übertragen wird, auch das Zum Staubinger und jede Menge anderer Geschäfte, die mit dem Aushang „Wir sprechen deutsch.“ um die Kunden werben. Trotz Hauptsaison war aber erstaunlich wenig los auf den Straßen und am Strand.
Was wir vom letzten Mal noch wussten, war, dass es mit wenig Aufwand möglich ist einen gemütlichen Platz u.a. am Strand zu finden – abseits der großen Hotelanlagen.
Bangsak Beach Khao Lak
Getrennt
Für mich stand erstmal Tauchsachen packen an, während San es sich in unserem Hotel gemütlich machen konnte. Zum ersten Mal seit 11 Monaten waren wir für 3 Tage und 3 Nächte getrennt. Verrückt!
#1
Die Wicked Diver sind die Nr. 1 in TripAdvisor für Tauchsafaris für die Similian Inseln, daher hatte ich hohe Erwartungen an die nächsten 3 Tage und muss sagen, sie wurden mehr als übertroffen.
Die Wicked Diver sind von zwei Freunden gegründet worden, die nach dem verheerenden Tsunami 2003/2004 zum Helfen in die Region gekommen sind. Um etwas Nachhaltiges zu schaffen gründeten sie die Wicked Diver. 2% der Einnahmen gehen an lokale Schulen und Waisenhäuser, mit denen aber nicht nur eine finanzielle Beziehung besteht. Unsere Tauchlehrerin Denise erzählte uns, dass sie immer wieder die Möglichkeit hat, dort zu unterrichten und die ganze Dive Crew kümmert sich außerdem um die Schwimmausbildung der Kids, denn nach wie vor können viele Menschen in Asien nicht schwimmen, was ein großes Problem ist. Auch wurden über die Jahre hinweg talentierte und interessierte Jugendliche an das Thema Tauchen herangeführt, so dass sie heute einen Job auf der Tauchbasis haben. Dafür bezahlt man doch gerne mal ein paar Euro mehr.
Am Boots-Pier angekommen, gab es neben einer Kokosnuss als Willkommensgetränk unsere Wicked-Trinkflasche, die wir die nächsten Tage zum Refill von Trinkwasser verwenden sollten. Chris, unser Boots-Purser, erklärte uns im anschließenden Briefing, dass so knapp 2.000 (!) Plastikflaschen im Jahr weniger verbraucht und damit recycelt werden müssen. Sehr sympathischer Auftakt. Da rundete es den ersten guten Eindruck nur noch ab, als er uns mitteilte, dass wir herzlich dazu eingeladen sind das zur Verfügung gestellte Shampoo, Conditioner und Duschgel zu verwenden, da diese biologisch komplett abbaubar sind und wir somit nichts als ein paar Luftblasen im Ozean von unserer Safari zurücklassen würden. Auf diese Produkte haben wir schon während unserer Afrikasafari in Tansania gesetzt, um auch in dem Serengeti Nationalpark nichts als einen guten Eindruck zurückzulassen. Daher kam ich seinem Wunsch in den nächsten Tage gerne nach.
Los geht es
In den nächsten 9 Tauchgängen konnten wir die tolle Unterwasserwelt erst im Surin Nationalpark und anschließend bei den Similian Inseln bestaunen. So gab es neben jeder Menge toller Sonnenauf- und untergängen Millionen bunter Fische zu sehen. Am meisten hat es mir das Richelieu Rock angetan, eine Felsformation mitten im Wasser, die man aufgrund der Millionen von Fischen, die sich da herumtreiben, kaum sehen kann. Überhaupt erinnert das wilde Treiben der Unterwasserwelt an ein sehr gut gefülltes Aquarium. So kam ich aus dem Beobachten gar nicht mehr heraus. Auch wenn es mir leider an meinem 100. Tauchgang bzw. danach verwehrt geblieben ist einen der ganz großen Fische wie Walhai, Manta oder Hai zu sehen, hat sich die Entscheidung noch mal in die Region zum Tauchen zu kommen, als richtig erwiesen, hatte ich mich 2012 aufgrund vieler anderer Tauchgänge dagegen entschieden.
Zwölftausend!
Zwischen den Tauchgängen gab es einmal am Tag immer etwas Wissenstransfer, so u.a. den Shark Talk mit Jessi am zweiten Tag. Jessi erzählte uns von dem Projekt eShark von der Organisation Shark Guardian an dem jeder Taucher teilnehmen kann indem er nach seinen Tauchgängen die Sichtung oder eben keine Sichtung von Haien weltweit dokumentiert und der Organisation mitteilt. Selbstredend dass wir das alle auf dem Boot gemacht haben. Sie erzählte uns auch, das Haie schon so alt sind, dass sie sogar im Zeitalter der Dinosaurier schon existierten und sich im Laufe der Jahrtausende immer wieder neu an ihre Umwelt angepasst haben, aber nun die meisten der 500 verschiedenen Gattungen vom Aussterben bedroht sind. Haie sind wichtig, denn sie halten die Riffe im Gleichgewicht. Keine Haie, kein Gleichgewicht – so einfach ist das. Jedes Jahr sterben 12 Menschen, meist Surfer aufgrund von Haiattacken, da sie von unten wie Schildkröten für diese aussehen, allerdings sterben STÜNDLICH 12.000 (!) Haie (70-100 Millionen pro Jahr – hier die Info Broschüre dazu) durch Menschenhand. Meist wird ihnen nur die Flosse abgeschnitten und sie werden dann wieder zurück ins Meer geworfen, wo sie z.T. über Wochen jämmerlich verenden. Aus den Flossen werden neben dem vor allen in Japan und China beliebten fragwürdigen Haifisch-Flossen-Suppen, unsere Kosmetik und chinesische Medizin hergestellt.
Landgang
Nach drei Nächten musste San nicht mehr alleine in unserem Bett schlafen. Ich traf sie leicht entnervt an, sind die Touristen in Khao Lak und deren Gespräche beim Frühstück, am Strand und zum Abendessen doch eine andere Welt. So lernte sie keine anderen Reisenden kennen, beschäftigte sich aber sehr gut allein, indem sie sich einen Scooter ausgeliehen hat und die Strände und Wasserfälle angefahren ist oder einfach am Strand beim Buchlesen die Seele baumeln lassen konnte. Nach weiteren zwei Tagen haben wir dann unsere Reise gemeinsam nach Nord-Thailand fortgesetzt, wo in Chiang Mai direkt ein weiteres Highlight unseres Endspurts auf uns wartet.