Lecker essen und relaxen – Santa Catalina und Boquete

Nach den interessanten Tagen mit Leonie und Herbert in Panama City und am Panama Kanal ging es für die zwei zurück nach Holland und für uns weiter Richtung Nord-Westen von Panama.

01.-09.11.2016 ::
Die Nationalfeiertage die über den ganzen November, aber vor allem in den folgenden Tagen waren, stellten uns vor ein großes logistisches Problem. Denn das ganze Land sollte auf den Beinen sein und bereits die meisten Unterkünfte ausgebucht. Außerdem warnte man uns davor an einem der Tage einen Bus nehmen zu wollen.

Brust raus und andocken

So entschieden wir uns auf dem Weg ins Hochland von Boquete erst mal im kleinen Strandort Santa Catalina auf halben Weg Halt zu machen.

So befand ich mich wenige Stunden nach Abfahrt aus Panama City auf der Treppe eines kleinen überfüllten Minibusses, während Sandra neben einer Mutter saß, die gerade ihre Brust herausholte um ihr Kind zu stillen, während es draußen mal wieder zu regnen anfing. Läuft, würde ich sagen.

Die Auswanderer

Bei der deutschen Aussteigerfamilie (Hedi und Mick mit ihren drei Kindern Lotta (8) alias Ronja die Räubertochter, Lucy (5) und Diego (3) der kleine nackte Künstler) sollte über die Feiertage unser neues Zuhause sein.

Der Hibiscus Garden, wie die liebevolle Unterkunft der Auswanderer heißt, ist mehr ein Freilaufgehege für Tiere der unterschiedlichsten Art. So begrüßten uns morgens beim Frühstück erst mal Kolibris und Schmetterlinge, bevor einer der drei Hunde um uns herumwuselte um wenig später auf unseren Schoß zu springen sobald wir in der Hängematte lagen. Katzen, zwei Krokodile, ein Papagei, Pferde, Hühner, jede Menge andere große und kleine Vögel und ein großer Iguana, den man mehr hören als sehen konnte, rundeten den privaten Zoo ab.

Bierdeckel

Bedingt durch die immer wieder anhaltenden Regenfälle waren wir sehr „gemütlich“ und verbrachten die meiste Zeit in der Hängematte mit einem guten Buch (habe San mit dem Chris Carter Buchvirus infiziert) und hatten den Bewegungsradius von einem Bierdeckel.
Wenn die Sonne rauskam, wurde es gleich noch viel wärmer als es eh schon war und wir spielten mit den Kids oder haben uns mit Mick und Hedi über deren Leben und die Entwicklung des Hibiscus Garden in den letzten 11 Jahren unterhalten. So lange sind die zwei schon hier.

Zum ersten, zum zweiten und weg

Nach einem letzten tollen Frühstück von Raffi, dem Koch des Hibiscus Garden, hieß es für uns Sachen packen und am Straßenrand auf unsere Abholung durch den Shuttle-Bus von „Hello Travel“ nach Boquete warten. Zwölf Uhr, die Sonne stand im Zenit und uns lief die Suppe nur vom dumm herumstehen und warten. Da kam endlich der Bus um die Ecke geschossen. Leider drosselte er weder die Geschwindigkeit, noch reagierte er auf unser Winken. So flog er an uns vorbei und war genau so schnell außer Sichtweite wie er aus dem Nichts gekommen ist. Daher fanden wir uns nach 30 ergebnislosen Minuten den Fahrer bzw. den Anbieter zu kontaktieren wieder bei Mick und Hedi am Tisch und freuten uns auf den Rest des Tages im Garten. Nach Peking ist es erst das zweite Mal dass wir vergessen wurden. Das Gute ist, dass wir so nochmal in den Genuss gekommen sind von Raffi bekocht zu werden. Er hat jetzt schon den Status dass er uns das mit Abstand beste Essen in Süd- und Mittelamerika serviert hat.

Neuer Tag neues Glück und diesmal sollte es klappen und der Bus uns mitnehmen. So ging es die 5 Std. Richtung Hochland nach Boquete. Da Panama sehr schmal ist, gibt es nur eine Autobahn von Nord nach Süd und die ist Teil der berühmten Panamericana. Die Panamericana ist 45.000 km lang, führt von Alaska bis nach Argentinien und durchquert dabei 14 Länder. Unterbrochen wird sie nur einmal nach Panama Stadt Richtung kolumbianische Grenze. Wir kamen in den Genuss einen Teil der extrem gut ausgebauten legendären Strasse befahren zu dürfen.

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Ommmmm

San hat immer ein Händchen für besondere Unterkünfte! So landeten wir in Boquete im Om Sweets, eher ein Homestay, welches von einem älteren Paar betrieben wird und die nun zwei ihrer Zimmer (vielleicht ehemalige Kinderzimmer) zur Vermietung anbieten. Das Besondere: Ada kommt eigentlich aus Kolumbien, Shawn aus Kanada, die zwei haben sich in Costa Rica kennengelernt und zusammen hatten sie bis vor wenigen Jahren eine Bäckerei hier in der Stadt. Ada ist großer Buddha und Asien-Fan, ohne je da gewesen zu sein. Da konnten wir uns es nicht nehmen lassen, einen „Dia-Abend“ mit den zwei zu machen, im Gegenzug überraschten sie mich mit einem nachträglichen Geburtstagskuchen den wir unterm Weihnachtsbaum genossen haben. Ein sehr skurriles Bild. Geburtstagskuchen unterm Weihnachtsbaum mit Asien Klingling-Musik und 30 Grad Außentemperatur.

Der Himmel für einen Reisenden wie mich

Am nächsten Tag ging es zu den „Lost Waterfalls“, die nicht mehr wirklich versteckt sind und das „Beste“ (wie überall in Panama): Man darf für alles bezahlen, selbst für Natur. Was das Land leider etwas unsympathisch macht. So fielen 7 US$ dafür an dass wir den Weg zu den drei Wasserfällen betreten durften Überhaupt passt leider das Preis-/Leistungsverhältnis im Land nicht wirklich. Kaffeetour in Kolumbien 3$ in Panama 30$, Reiten in Salento 14 $ hier 40 $ und das bei vergleichbarer Qualität – falls sie in Kolumbien nicht sogar besser war.

Nachdem es mir der kolumbianische Kaffee nicht so angetan hat, bin ich vom Panama-Kaffee ganz begeistert und habe mit Ruiz Coffee den richtigen Dealer etwas außerhalb von Boquete gefunden. Hier deckte ich mich erst mal mit Bohnen für unsere nächsten Stationen ein. Das Shopping-Erlebnis wurde durch die Begegnung mit Mr. Ruiz für mich persönlich noch abgerundet. Er erklärte mir, dass er im Januar erst 95 Jahre wird, habe leider vergessen zu fragen ob ich auch so alt werde, wenn ich seinen Kaffee ab jetzt jeden Tag trinke.

Dass ich überhaupt in den kommenden Tagen und Wochen (hoffentlich Monaten) in den Genuss von seinem Kaffee komme, verdanke ich einem glücklichen Zufall. San wurde in Santa Catalina ganz böse zerstochen und benötigte etwas aus der Apotheke, die mehr wie ein Supermarkt war und direkt am Eingang stand es: Das Gerät nach dem ich seit Anfang der Reise gesucht habe! Eine reisetaugliche French-Press!!! Nun bin ich im Himmel und freue mich jeden Morgen auf meinen frischen und vor allem selbst gemachten Kaffee aus meiner French-Press, bis ich 95 bin Besser kann ein Tag nicht starten.

Mit dem Shuttle-Bus geht es auf unsere vorerst letzte Busstrecke vom Hochland in Boquete zu den karibischen Inseln Bocas del Toro – unsere letzte Station von Panama.
 

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